Herpes SchildkröteHerpesviren – tödliche Gefahr für Schildkröten

Eine Infektion mit Herpesviren stellt eine ernstzunehmende Situation für das betroffene Tier, allerdings auch für alle weiteren Tiere im Bestand dar. Da es leider keine greifende Therapie gibt, verlaufen viele Infektion mit Herpes bei Schildkröten leider tödlich. Eine Infektion mit Herpes ist nicht heilbar!

Der Tierarzt kann größtenteils nur unterstützende Maßnahmen durchführen. Neben der Stärkung des Immunsystems und der symptomatischen Behandlung kann man antivirale Therapien erwägen. Da die Schildkröte ab dem Zeitpunkt lebenslang Träger des Herpesvirus ist, sollte besonders auf Hygiene geachtet werden.

Eine Übertragung von der Schildkröte auf den Menschen , sowie eine Übertragung vom Menschen auf die Schildkröte ist nicht möglich – es handelt sich um artenspezifische Virenstämme.

Symptome und Verlauf

Die folgenden Symptome können, müssen jedoch nicht zwingend auftreten. Zudem zeigt sich der Krankheitsverlauf manchmal auch relativ schnell, so dass scheinbar gesunde Tiere ohne äußerliche Anzeichen auf eine Infektion mit Herpesviren verenden. Dies ist zudem auch einer der Gründe, warum bei Neuzugängen immer eine Quarantänezeit beachtet werden sollte (mehr dazu weiter unten).

Je nach Schwere der Symptomatik kann die Erkrankung innerhalb weniger Wochen zum Tode führen. Jedoch kann sich die Infektion mit Herpesviren und deren Verlauf auch chronisch über Monate hinweg zeigen.

Symptome bei Herpes

  • Beläge in Mund und an der Zunge (weiß bis gelblich)
  • Bewegungsstörungen (Laufen im Kreis / Rückwärtslaufen)
  • Speichelfluss und Kiefersperre / Schlucklähmung
  • Entzündungen von Nasen- und Mundschleimhaut
  • Starke Abmagerung
  • Lungenentzündung
  • abnormes Verhalten (z.B. dauerhaft in praller Sonne liegen)
  • Äußerlich symptomatisch unauffälliger Verlauf möglich!

Diagnose

Blutuntersuchung

Die sicherste Methode zur Diagnose einer Infektion mit Herpesviren besteht in der Blutuntersuchung auf Antikörper. Doch auch hier besteht keine Sicherheit zu 100 Prozent, da ein negatives Ergebnis der Blutuntersuchung nur aussagt, dass zum Zeitpunkt der Blutentnahme keine Antikörper nachweisbar waren. Nach einer Infektion kann es jedoch längere Zeit dauert, bis es zur Bildung von Antikörpern kommt. Hier werden Zeiten zwischen 6 und 8 Wochen genannt, jedoch soll es auch schon erst nach einem Zeitraum von bis zu einem Jahr zur Bildung von Antikörpern gekommen sein. Dementsprechend ist es wichtig, bei Neuzugängen eine Quarantänezeit von einem Jahr einzuhalten!

Abstrich von Rachen und Zunge

Eine weitere Möglichkeit zum Nachweis einer Infektion mit Herpes besteht darin, einen Abstrich von Rachen und Zunge des betroffenen Tieres zu nehmen. Hierzu müssen jedoch bereits klinische Symptome vorliegen (z.B. Belagbildung).

Ansteckung und Therapie bei Herpes

Ansteckung

Das betroffene Tier bleibt ein Leben lang Träger des Virus und ist somit dauerhaft in Quarantäne zu halten, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Die Ansteckung erfolgt über sowohl über direkten Kontakt zwischen den Tieren wie auch über ihre Ausscheidungen/ Exkremente. Daher ist es äußerst wichtig, entsprechende Hygienemaßnahmen durchzuführen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Es sollte zuerst gesunde Bestand versorgt werden, dann der Quarantänebestand. So wird vermieden, dass es zu einer Übertragung von Herpes durch indirekten Kontakt durch die Hände kommt. Des Weiteren ist es empfehlenswert, sich die Hände beim Wechsel zu desinfizieren.

Therapie

Wie bereits oben erwähnt, ist Herpes nicht heilbar. Das betroffene Tier bleibt ein Leben lang Träger des Virus und ist somit dauerhaft in Quarantäne zu halten, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Die Behandlung kann symptomatisch erfolgen. Des Weiteren kann man das Immunsystem stärken und antivirale Therapien erwägen, welche den Verlauf abschwächen können. Weitere Informationen zur Behandlung sollte man sich bei seinem Tierarzt holen und sich beraten lassen!

Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei Herpes nutzlos, da es sich um eine Virusinfektion handelt

Prophylaxe

Die einzig wirksame Prophylaxe besteht in der Einhaltung einer ausreichenden Quarantänezeit, bevor man Neuzugänge dem Altbestand beisetzt – dementsprechend sollten sie auch getrennt voneinander überwintern. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte auch hier zuerst der Altbestand und dann die Neuzugänge versorgt werden. So wird das Einschleppen über die Hände verhindert.

Neuzugänge sollten bei Erhalt und kurz vor Ablauf der Quarantänezeit auf Herpesviren untersucht werden. Anschließend kann man die Neuzugänge relativ sicher dem Altbestand zuführen.

Keinesfalls sollte man Fundtiere oder Tiere von Freunden (zum Beispiel als Urlaubsvertretung) ohne Untersuchung in den eigenen Bestand aufnehmen.

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